Seit 2011 werde ich von nahezu allen Berliner Insolvenzgerichten sowie den Amtsgerichten Cottbus, Magdeburg, Neuruppin, Potsdam, Schwerin und Stendal zum Insolvenzverwalter bestellt. 

 

Als zentrale Figur nimmt der „geeignete“ (§ 56 Abs. 1 Satz 1 InsO) Verwalter maßgeblichen Einfluss auf einen erfolgreichen Verlauf des Insolvenzverfahrens, dessen Ziel in einer gemeinschaftlichen Befriedigung der Gläubigeransprüche durch Verwertung des schuldnerischen Vermögens besteht, § 1 Satz 1 InsO. Alternativ kann eine Gläubigerbefriedigung mittels Insolvenzplan unter Erhalt des Schuldnerunternehmens erfolgen, wodurch dem Insolvenzverwalter gegebenenfalls anspruchsvolle unternehmerische Aufgaben übertragen werden, die zusätzliche (betriebswirtschaftliche) Kenntnisse und Branchenerfahrung erforderlich machen können. Wieder anders liegen die Schwerpunkte einer gelungenen Verbraucherinsolvenzverwaltung, in der für den Schuldner eine rasche Befreiung von seinen Verbindlichkeiten und eine Wiederherstellung seiner Kreditwürdigkeit im Mittelpunkt steht.

 

Gemeinschaftliche Gläubigerbefriedigung, Unternehmenssanierung und Schuldenbereinigung sind daneben auch außerhalb eines gerichtsförmig organisierten Insolvenzverfahrens realisierbar. Der aktuelle Richtlinienvorschlag der EU über einen „präventiven Restrukturierungsrahmen, die zweite Chance und Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz von Restrukturierungs-, Insolvenz- und Entschuldungsverfahren“ verlagert die notwendigen Handlungen zeitlich vor und versucht, möglichst ohne ein Gericht auszukommen. Hingegen wird man zum fairen Ausgleich der widerstreitenden Interessen auf eine kompetente Begleitung – etwa durch Berater, Treuhänder, Mediator oder Restrukturierungsverwalter – auch bei einer außergerichtlich versuchten Einigung nicht verzichten können.

 

Mein Interessenschwerpunkt bilden Krise und Insolvenz (nicht)ärztlicher Leistungserbringer im Gesundheitswesen, zu denen etwa niedergelassene Ärzte, Zahnärzte, Medizinische Versorgungszentren, Heilmittelerbringer (Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten, Podologen), Hilfsmittelerbringer, Krankenhäuser, Krankenfahrdienste oder Apotheker gehören. Eine 20jährige Berufserfahrung in leitender Position im Gesundheitswesen und eine zehnjähige Dozententätigkeit an der IB Hochschule Berlin verleihen mir neben einer vertieften Befassung mit medizinrechtlichen Fragen die nötige Befähigung zur Begleitung von in eine wirtschaftliche Krise geratenen Gesundheitsbetrieben.